
 |
 | Designinitiative für die Müritz Region |
 |
Um den »Inhalten«, den »Werten« auf die Spur zu kommen, müssen wir uns von außen nähern: Wir sehen zunächst nur, was sich uns zeigt: die Schale, die Form, die wir (neu) gestalten wollen, nicht den Inhalt. Das Problem: Wir sehen uns einer Vielfalt individueller Aufgaben, Regeln, Strukturen und Empfindungen gegenüber, von Menschen »verwaltet«, die ihr Bestes tun, denen aber Zeit, Kraft und Einsicht fehlen, sich auch noch mit den Problemen der anderen zu beschäftigen. Also haben wir ein Heer von Individuen, jeder rudert aktiv in seinem Boot. Unmöglich für uns, in jedes mit einzusteigen.
Was wir für unsere Designinitiative brauchen ist darum der gute Wille aller, mit zu machen. Dazu müssen wir erst einmal klären, was das Ganze eigentlich soll. Wozu ein Corporate Design für eine Region?
Wozu eine »Designinitiative« für den Landkreis?
Übertragen wir doch einmal die Aufgaben, die die Wirtschaft mit ihrer Organisation und mit der Gestaltung ihrer Marken bewältigt, auf die Aufgaben, die Regionen bewältigen müssen. Beide stehen im globalen Wettbewerb. Der einzige Unterschied: In den Regionen haben das die meisten Menschen noch nicht erkannt.
Im globalen Wettbewerb geht es für die Regionen (überall auf der Welt!) darum, so weit als möglich autark zu sein, zu bleiben. Selbständig. Unabhängig. Natürlich werden wir nicht durch einen eignen Schrebergarten Unabhängigkeit erlangen. Aber: Wir können auch als Region eigene Qualitäten kultivieren und spezielle Produkte und Leistungen auf den Markt bringen, mit denen wir durch die »eigene Art« Mitbewerbern voraus sind.
Gehen wir einmal davon aus, wir schaffen das. Woran sollte »der Rest der Welt« erkennen, dass wir etwas Besonderes anzubieten haben? Etwas, das in dieser besonderen Qualität nur wir anzubieten haben?
In den Markenfabriken dieser Welt werden die Vermarktungskonzepte meistens parallel mit den Produkten entwickelt. Und nicht selten wird in die Vermarktung mehr investiert als in die Produkte. Doch obwohl das auch hierzulande jeder weiß, wird die Vermarktung eher stiefmütterlich behandelt. Die Produktionshalle wird subventioniert – aber die Vermarktung der dort erzeugten Produkte...? – Da soll sich der Unternehmer bitteschön selbst helfen.
Ein folgenschwerer Marketingfehler in der Förderpolitik, der schon so manche Pleite zur Folge hatte.
Vermarktung braucht Druck. Power. Professionalität. Warum kennen wir alle den Mercedesstern? – weil wir diesem Symbol automatisch positive Inhalte zuordnen ohne sie zu benennen. Voraussetzung dafür war und ist, dass viele Menschen an einer Idee gearbeitet haben und arbeiten, ein Automobil zu schaffen, das besser ist. Mit diesem Geist sollten wir auch an unsere Region herangehen!
Wir in der Müritz Region arbeiten an unterschiedlichen Aufgaben. Genau so wie die vielen Ingenieure, Arbeiter, Marketingleute und Manager in der Wirtschaft. Wir werden Erfolg haben, wenn wir erkennen, dass wir uns in einem Boot zusammen setzen müssen, dass wir ein gemeinsames Ziel verfolgen müssen, um die Power zu erreichen, von der wir gesprochen haben.
Dieses Boot muss von weit erkennbar sein. Darum muss es bei aller »eigenen Art« der vielen Beteiligten ein gemeinsames Bild geben. Dieses gemeinsame Bild muss verinnerlicht werden. Von allen. Es darf nicht aufgesetzt sein als Maske. Darum ist die Voraussetzung für ein gemeinsames Design, dass jeder den Sinn und die Notwendigkeit erkennt. Und mit macht.
Wobei soll jeder mitmachen? – Es geht nicht darum, das eigene CD aufzugeben. Es geht um zwei Dinge:
Zum einen soll jeder in der Müritz Region durch eine professionelle Gestaltung Kompetenz vermitteln. Voraussetzung dazu ist, Design als eine objektiv messbare Qualität zu erkennen und den »eigenen Geschmack« erst nach der Beachtung der Designgesetze einzubringen.
Zum anderen geht es darum, bestimmte Designelemente zusätzlich zum eigenen CD zu nutzen. Diese Designelemente stehen in Datenform zur Verfügung.
In unserem »Design-Handbuch«, das wir im Rahmen der Designinitiative entwickelt haben, möchten wir
1. ...leicht verständlich und praktisch handhabbar, Designgrundsätze vermitteln, nach denen Laien in der Lage sind, die wesentlichen Aspekte für gutes Design zu erkennen, (was allerdings keinesfalls den professionellen Gestalter ersetzen sollte!)
2. ...spezielle Designelemente zum Herunterladen anbieten.
3. ...Empfehlungen geben, worauf man bei einer Ausschreibung achten muss, um tatsächlich zur bestmöglichen Lösung zu kommen.
Georg Löhlein |
 |
|

Suche
  |

|
 |

Ein Projekt des
Land- kreises Müritz mit Unterstützung des Landes
Mecklenburg-Vorpommern durch Förderung mit Mitteln des EFRE im
Rahmen der Technischen Hilfe
|
|
 |